Das ändert sich in der Kirchengemeinde Villingen

Bestand die Kirchengemeinde Villingen schon seit Ende des 19. Jahrhunderts als selbständige Gemeinde (genauer seit 1892), so ist sie im 20. Jahrhundert stark gewachsen. In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts kommen die Paulus- und die Markusgemeinde dazu. Das „alte“ Gemeindegebiet firmierte als die Johannesgemeinde. Da gehörten schon die Matthäusgemeinde im Süden und die Jakobsgemeinde im Nord-Osten von Villingen dazu, auch wenn ihr Gemeindegebiet sich immer wieder auch veränderte. In den 70er Jahren ergänzt sich das Stadtbild mit der Petrus- und der Lukasgemeinde und als jüngste Erweiterung wurde schließlich Unterkirchnach mit seiner jungen Kirche von 1991 der Paulusgemeinde zugeordnet.
fusionierten Markus und Petrus zu einer Gemeinde. Das war im Beginn des 21. Jahrhunderts. Unter dem Druck des Liegenschaftsprojektes, in dem deutlich wurde, dass es zu viele Flächen und Gebäude im Verhältnis zu den Zahlen der Gemeindeglieder gab, verhandelten die Gemeinden in der Innenstadt ab 2016 über eine engere Zusammenarbeit, so dass nach einem mehr als dreijährigen Beratungsprozess aus den „Vier in der Stadt“ zum 1.1.2020 die eine Evangelischen Stadtgemeinde Villingen wurde. Äußerlich war dies zunächst an dem ersten gemeinsamen Gemeindebrief zu erkennen, dem „Kirchenblatt“.
Die neue Organisationsform war kaum geboren, da musste sie sich auch schon bewähren. Ab März 2020 brachte die Coronapandemie völlig ungeplant sehr viel schneller Gemeinsamkeiten auf die Tagesordnung, als mensch sich dies vorstellen konnte. Dadurch, dass keine öffentlichen Gottesdienste mehr möglich waren, gab es für die gesamte Stadtgemeinde sonntags nur noch einen, via zoom geteilten Gottesdienst. Und daneben einen gemeinsamen „Hausgottesdienst“, der an Interessierte per Mail oder über die Briefkästen verteilt wurde. Zum ersten Mal hatten alle Evangelischen in der Stadt das Angebot, gemeinsam einen Gottesdienst am Sonntag zu feiern. Aus dieser Erfahrung entstand die Idee, auch künftig mehr auf gemeinsam abgestimmte Gottesdienste zu achten und nach und nach auch die Grenzen der Zuständigkeiten aufzuheben. Heute lebt und arbeitet die Stadtgemeinde tatsächlich nur noch in einem Gemeindebezirk. Von den ehemals vier Pfarreien wissen nur noch geschichtsinteressierte Gemeindeglieder, aber für das neue Heute spielen sie keine Rolle mehr.
Und nun gehen wir am 1.1.2026 einen Schritt weiter. Die Kirchengemeinde Villingen wird zu der einen Kirchengemeinde, die der Name schon erwarten läßt. Stadtgemeinde, Jakobusgemeinde und die Matthäusgemeinde werden nun strukturell eingebunden. Es werden zwar die Gemeindebezirke aus pragmatische Gründen erhalten bleiben, aber die Ältestenkreise werden sich mit der Wahl zum 1. Advent auflösen und gemeinsam einen Kirchengemeinderat bilden, der sich für alle Bereiche zuständig fühlt. Wie auch alle Hauptamtlichen für die ganze Kirchengemeinde in Verantwortung stehen und daher in allen Kirchen immer mal wieder die Gottesdienste leiten werden.
Bei den Kirchenwahlen am 30. November stehen nun Menschen aus den unterschiedlichen Teilorten für das Amt im Kirchengemeinderat zur Verfügung, sie gestalten das Leben von Kirche in der ganzen, einen Kirchengemeinde Villingen mit, von Tannheim bis Dauchingen und von Fischbach bis Unterkirnach. Wir sind stolz auf solch engagierte Ehrenamtliche und freuen uns, mit ihnen und allen Gemeindegliedern gemeinsam die eine Evangelischen Kirchengemeinde Villingen zu sein.

