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Beerdigung

Quelle: Pixabay

Es ist schmerzhaft, sich den Abschied von einem geliebten Menschen vorzustellen. Doch plötzlich ist es so weit - oder es steht unmittelbar bevor: Ein Mensch, der Ihnen nahe steht, stirbt. Sie müssen mit Ihren Gefühlen klar kommen, aber auch an Vieles denken und sich entscheiden. Aber zuerst einmal heißt es dann, zu trauern und Abschied zu nehmen. 

Abschied nehmen

Wann der Tod eintritt, liegt am Ende nicht in unserer Hand. Wir können aber oft den Abschied gestalten: Vielleicht ist nur noch eine stille Geste möglich. Vielleicht können Sie sich sagen, was Ihnen aneinander wichtig ist und war – und das, was Sie sich füreinander wünschen. Bitten Sie, wenn Sie mögen, die Pfarrerin oder den Pfarrer Ihrer Gemeinde oder den Krankenhausseelsorger, Ihnen in dieser Situation beizustehen.

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Mit Kindern reden

Kinder finden den Tod von Natur aus interessant. Stirbt zum Beispiel das Haustier oder ein Vogel, trauern sie häufig zum ersten Mal – aber sie sind

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auch neugierig genug, das Tier in die Hand zu nehmen, es zu untersuchen  und zu begraben. Auch wenn Sie vielleicht in einem ersten Impuls die traurige Neuigkeit verbergen wollen – besser ist es Traurigkeit, Tränen und Angst zunächst einmal bei sich selbst und dann beim Kind zuzulassen. Eine Fassade zu wahren kostet Kraft. Sie kann auch verhindern, dass sie sich dem Kind innerlich zuwenden. Wenn Sie sich Ihren Gefühlen stellen, hat es die Chance zu lernen, dass der Tod zwar etwas Schmerzhaftes ist, aber dass das Leben weiter geht.

Wenn ein Mensch gestorben ist

Das Trauergespräch

Rechtzeitig vor der Trauerfeier oder der Aussegnung schlägt Ihnen der Pfarrer oder die Pfarrerin ein persönliches Gespräch vor. Dafür kann er auch zu Ihnen nach Hause kommen. Sie haben Zeit, über alles zu reden, was Sie bewegt.

Der Pfarrer oder die Pfarrerin wird Sie nach dem Leben der Verstorbenen fragen. Das hat einerseits seelsorgliche Gründe: Er regt Sie dadurch an, sich zu erinnern. Das ist für die Trauerarbeit wichtig.

Andererseits sammelt er dadurch auch Informationen und Eindrücke, um die Trauerfeier möglichst persönlich zu gestalten. Besprechen Sie mit Ihrem Pfarrer oder Ihrer Pfarrerin, wenn Sie etwas nicht vor der Trauergemeinde veröffentlicht wissen möchten. Der Pfarrer oder die Pfarrerin steht unter der Schweigepflicht, die mit dem Seelsorgegeheimnis verbunden ist.

Bei diesem Gespräch können Sie vereinbaren, wie die Trauerfeier gestaltet wird. Vielleicht wissen Sie ein Bibelwort, das dem Verstorbenen wichtig war, etwa sein Tauf- oder Konfirmationsspruch. Ansonsten schlägt der Pfarrer oder die Pfarrerin Ihnen vielleicht eines vor, von dem er denkt, dass es Ihnen in dieser Situation helfen kann. Überlegen Sie auch, wer zur Trauerfeier eingeladen werden sollte. Wen möchten Sie in Ihrer Nähe wissen? Und wem sollten Sie Gelegenheit geben, dem verstorbenen Menschen die letzte Ehre zu erweisen?

Die Beisetzung gestalten

Die Bestattung hat zwei Elemente: den Gottesdienst in der Kirche oder einer Trauerhalle und die Handlung am Grab. Die Abfolge ist örtlich verschieden. Im Trauergottesdienst soll Zeit und Gelegenheit sein für Trauer und Klage, Stille und Fürbitte. Biblische Texte und eine Ansprache stellen den Bezug zwischen dem vergangenen Leben und der bergenden Liebe Gottes her.

Den Trauergottesdienst begehen Hinterbliebene, Freunde, Kolleginnen, Nachbarn und Kirchengemeinde gemeinsam. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die Feier individuell zu gestalten. Dies betrifft vor allem die Auswahl in der musikalischen Gestaltung, Bibelstellen und anderen Texten. Sprechen Sie mit ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer darüber.

Bestattungsformen

In der Trauerfeier verabschieden Christinnen und Christen den verstorbenen Menschen und geben damit ihrer Liebe ein letztes Mal Ausdruck. Sie achten seine gottgegebene Würde und erweisen ihm die letzte Ehre. Daneben können Glaube und Gemeinschaft den Hinterbliebenen helfen, mit dem Tod eines geliebten Menschen weiter zu leben. Deshalb gehört die Bestattung nach christlicher Tradition zu den sogenannten „Werken der Barmherzigkeit“, also einer liebevollen Zuwendung zu einem Menschen in Not. Und darum hat auch der Segen – Gottes Zusage seiner Begleitung – eine zentrale Rolle bei der Feier.

Im Laufe der Geschichte haben sich in Deutschland vor allem zwei Formen eingebürgert: die Erdbestattung und die Feuerbestattung. Daneben werden noch die Seebestattung und die anonyme Bestattung[1] praktiziert.

 


[1] Die anonyme Bestattung verzichtet auf Elemente, die für manche Menschen wichtig sind. Lassen Sie sich hier auf jeden Fall beraten.

 

Symbole

Schwarze Kleidung

Wer schwarze Kleidung trägt, will sich den Blicken anderer entziehen - so zumindest die ursprüngliche Idee. Bis heute hat dunkle Kleidung die Funktion behalten, dass sie ohne Worte eine Bitte an die Umwelt formuliert: "Ich trauere um einen geliebten Menschen und bin deshalb nicht so wie früher. Oft bin ich traurig und ich will, dass du das weißt." Sie markiert einen Schutzbereich. Manche Menschen tragen heute aber auch einfach aus Tradition schwarz oder wollen etwas anderes damit ausdrücken. Wer auf Menschen in dieser Situation behutsam zugeht und Anteil nimmt, achtet diesen Schutzbereich.


Grabsteine
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Bereits in der Antike wurden auf Gräbern Stelen errichtet. Diese erinnern an einen aufrecht stehenden Menschen. So können sie das Leben auf dem Grabmal eines verstorbenen Menschen symbolisieren.

Auch die ersten Christen ehrten die Verstorbenen durch Grabpflege und Erinnerungskultur. Stein ist beständig. Unerschütterlich soll auch das Andenken sein. Die Form des Kreuzes erinnert an die Auferstehung. Die waagerechte Grabplatte aus Stein hatte ursprünglich wahrscheinlich den Zweck, den Leichnam vor der Exhumierung durch wilde Tiere zu schützen. Heute wird sie oft auf den Gräbern gewählt, die nicht regelmäßig gepflegt werden können.

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Kränze

Der Brauch, Gräber zu schmücken, ist erst etwa 200 Jahre alt. Der Kranz ist dabei das Symbol für die Unvergänglichkeit. Der Kranz hat keinen Anfang und kein Ende. So auch Gottes Liebe und sein Wesen als Schöpfer: Er schafft die Welt immer wieder neu und aus Vergangenem geht neues Leben hervor.

Mit Trauer leben

Nach der Bestattung

Sie haben viel zu erledigen und vieles davon ist ganz neu für Sie. Sie entscheiden, wie das Grab aussehen soll, Sie sprechen mit Versicherungen, Banken und dem Bestattungsinstitut und beschäftigen sich möglicherweise mit dem Testament oder lösen eventuell einen Haushalt auf. All das nimmt sie in Beschlag und läßt Ihnen wenig Zeit.

Wer trauert, für den verändert sich häufig das Zeitempfinden. Manchmal mögen Sie denken: „So kenne ich mich gar nicht.“ Gefühlsschwankungen sind in dieser Situation normal. Verurteilen Sie sich nicht dafür, sondern seien Sie nachsichtig mit sich. Menschsein heißt Grenzen zu erfahren. Achten Sie Ihre Grenzen und holen Sie sich Hilfe, wo es Ihnen gut tut.

Nachgespräch mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin

In der Trauerzeit können religiöse Fragen aufbrechen. Was tröstet mich? Was ist der Sinn des Sterbens, des Leidens, des Lebens? Auch Schuldgefühle kommen manchmal hoch. Oder Dinge, die zwischen dem Verstorbenen und Ihnen offen geblieben sind. Viele Pfarrer und Pfarrerinnen bieten Nachgespräche nach der Beerdigung an und laden Sie bewusst zum nächsten Gottesdienst ein. Wenden Sie sich an Ihr Pfarramt, wenn Sie das Bedürfnis verspüren, über Ihre Fragen zu sprechen. Für Pfarrerinnen und Pfarrer gilt das Seelsorgegeheimnis. Gemeinsam zu beten oder mit anderen Abendmahl zu feiern, kann entlasten. Sie und Ihre Freunde und Angehörigen erfahren Gemeinschaft. Das tröstet.

 

Kurz gefasst

Trauernden nah sein

Oftmals ist es das Bedürfnis der Trauernden, sich zurückzuziehen. Sie können schriftlich oder mündlich Ihre Anteilnahme signalisieren und Unterstützung anbieten: "Wenn ich irgendetwas für dich tun kann, lass es mich bitte wissen. In der nächsten Woche werde ich dich anrufen und dir diese Frage auch persönlich stellen."

Ein stummer Händedruck, ein Kopfnicken, ein Blick signalisieren, dass Sie da sind. Besuchen Sie Trauernde. Rufen Sie an. Bringen Sie in der ersten Zeit etwas zu Essen vorbei. Laden Sie ein. Tun Sie all dies als offene Angebote: die Trauernden können sie annehmen oder ablehnen. Trauer ist ein Prozess. Was gestern noch abgelehnt wurde, wird in vier Wochen vielleicht begrüßt und umgekehrt. Bleiben Sie dran und nehmen Sie nichts persönlich.

Quelle: Henkes
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